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title: 'Aus Fehlern lernen: Wie Sie Ihr Kind beim Lernen unterstützen können'
date: '2025-10-31T10:20:00+01:00'
updated: '2026-06-22T11:00:56+02:00'
author: 'Amanda Gill'
canonical: 'https://up4mint.ch/elternratgeber/aus-fehlern-lernen'
section: 'dossier'
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![Hand, die einen roten Fehler-Button drücken will; symbolisiert, dass Fehler erlaubt sind.](https://up4mint.ch/files/ElternratgeberDossier/Aus-Fehlern-lernen-Wie-Sie-Ihr-Kind-beim-Lernen-unterstuetzen-koennen.jpg)©Freepik 

# Aus Fehlern lernen: Wie Sie Ihr Kind beim Lernen unterstützen können 

Ein bekanntes Sprichwort heisst: „Aus Fehlern wird man klug.“ Aber trifft das wirklich auf unsere Kinder zu? Die kurze Antwort ist: Ja, aber sie brauchen dabei unsere Hilfe.

Ein Beitrag von:

Prof. Dr. Claudia M. Roebers, Leiterin Abteilung Entwicklungspsychologie, Universität Bern

Damit ein Kind aus einem Fehler lernen kann, muss es den Fehler zuerst überhaupt bemerken. Und genau das ist im Alltag oft gar nicht so einfach. Hier kommen einige Tipps für Eltern, wie sie beim Lernen helfen können.


# **Wie fördere ich die Fehlerkultur bei meinem Kind?**

Aus Fehlern lernen – wie ist das möglich? Wenn wir Erwachsenen eine Aufgabe lösen, schauen wir oft automatisch noch einmal von oben auf unsere Arbeit. Wir hinterfragen unsere eigenen Antworten. In der Wissenschaft nennt man das „metakognitive Überwachung“. Für Kinder bedeutet das einfach: **Sich selbst beim Denken zuschauen.**

Es gibt zwei wichtige Momente, sowohl im Alltag als auch in der Schule, in denen Kinder die eigene Leistung einschätzen können:


## **Vor einer Aufgabe**

Das Kind fragt sich: _„Wie sicher bin ich, dass ich diese Aufgabe richtig lösen werde?“_ Wenn das Kind merkt, dass eine Aufgabe schwierig aussieht, sollte es langsamer und vorsichtiger vorgehen.


## **Nach einer Aufgabe**

Das Kind fragt sich: _„Wie sicher bin ich, dass meine Lösung richtig ist?“_ Wenn das Kind unsicher ist, sollte es lieber noch einmal nachschauen, einen anderen Weg probieren oder sich Hilfe holen.

Kindern fällt es viel schwerer als Erwachsenen, sich selbst richtig einzuschätzen - denn sie sind von Natur aus sehr optimistisch. Kinder denken fast immer: _„Das kann ich schon!“_ oder _„Das ist ganz leicht!“_ Sie unterschätzen oft, wie viel Zeit sie eigentlich zum Üben brauchen.

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# Unsicher zu sein, liegt zwar nicht in der Natur von Kindern – aber genau diese Unsicherheit kann ihnen dabei helfen, richtig zu lernen.


# **Tipps für Hausaufgaben und einfache Life Hacks für Eltern: So helfen Sie Ihrem Kind**

Als Eltern können Sie Ihr Kind im Alltag und bei den Hausaufgaben begleiten, damit es sich selbst besser einschätzen lernt. Hier sind ein paar einfache Tipps, die Sie direkt ausprobieren können:

1Das „Schätz-Spiel“ vor den Hausaufgaben

Fragen Sie Ihr Kind vor dem Start: _„Was glaubst du, wie viele von diesen Aufgaben wirst du gleich richtig lösen?“_ Wenn das Kind fertig ist, zählen Sie zusammen nach. Stellen Sie das Ergebnis einfach nur gemeinsam fest. Mit der Zeit wird die Schätzung Ihres Kindes immer genauer.

2Das Bauchgefühl nutzen

Wenn ihm eine Antwort sofort einfällt, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass sie wahrscheinlich richtig ist.

3Langsam fährst du besser

Muss Ihr Kind lange überlegen? Sagen Sie ihm: _„Schau, das ist ein Zeichen dafür, dass die Aufgabe schwierig ist. Hier musst du besonders vorsichtig sein und am Schluss lieber alles noch einmal überprüfen.“_

4Mut zum zweiten Versuch

Hat Ihr Kind mehrere Aufgaben gelöst und ein paar Fehler gemacht? Bestärken Sie es darin, die falsch gelösten Aufgaben einfach noch einmal zu versuchen.

5Die schwierigen Dinge zuerst üben

Kinder üben am liebsten das, was sie schon gut können. Das gibt ihnen ein gutes Gefühl. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, die Lernzeit stattdessen auf die schwierigeren Aufgaben zu konzentrieren. Das kostet Überwindung, bringt aber den grössten Erfolg.

6Einen kleinen „Übungstest“ machen

Geben Sie Ihrem Kind die Chance, falsche oder sehr optimistische Ideen (_„Das ist leicht!“_) zu überprüfen. Wenn Kinder bei einem Übungstest ganz konkret schwarz auf weiss sehen, was sie schon können und was noch nicht, hilft ihnen das für die nächste Lern-Runde.


# **Wichtig für Eltern: Begleiten und ermutigen**

Aus Fehlern zu lernen ist ein langer Weg. Kinder können das nur lernen, wenn wir ihnen den Platz dafür geben und sie auf diesem Weg bestärken. Das bedeutet auch, dass sie viele Gelegenheiten brauchen, um ihre eigenen Fehler selbst zu entdecken und danach zu verbessern.

Versuchen Sie, Ihr Kind auf diesem Weg geduldig zu begleiten. Zu viele strenge Korrekturen, starre Vorschriften oder lange Erklärungen nehmen dem Kind oft die Freude am Lernen und entmutigen es. Schaffen Sie stattdessen eine Umgebung, in der Fehler ganz normale Helfer beim Lernen sind.


# Das Wichtigste in Kürze 

- **Fehler sind Helfer:** Damit Kinder aus Fehlern lernen können, müssen sie diese zuerst selbst bemerken.
- **Kinder sind oft zu optimistisch:** Kinder denken meistens, dass sie alles schon perfekt können. Sie müssen erst lernen, sich selbst richtig einzuschätzen.
- **Gemeinsam hinschauen:** Fragen Sie Ihr Kind vor den Hausaufgaben, wie es die Aufgaben einschätzt. Vergleichen Sie das Ergebnis danach, ganz neutral - ohne zu bewerten.
- **Geduldig bleiben:** Begleiten Sie Ihr Kind mit Geduld. Zu viele Vorschriften und Korrekturen nehmen dem Kind nur den Mut.


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![Portrait von Claudia M. Roebers](https://up4mint.ch/files/Roebers_Cropped.jpg)Ein Beitrag von: #

# Prof. Dr. Claudia M. Roebers, Leiterin Abteilung Entwicklungspsychologie, Universität Bern 

Claudia M. Roebers ist Leiterin Abteilung Entwicklungspsychologie, Institut für Psychologie, Universität Bern und lehrt auf Bachelor-, Master- und Doktorats-Niveau zur kognitiven Entwicklung von Kindern. Ihr Forschungsfokus liegt auf der Entwicklung der Selbstregulation, der metakognitiven Fähigkeiten und des selbst-regulierten Lernens von Kindern im Alter von 4 bis 12 Jahren.


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von Kiludo.ch #

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