Zwei Kinder, die in der Küche Zucker abwägen.
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Daten verstehen

Von Sackgeld bis Wetter-App, von Fussballresultaten bis Bildschirmzeit: Wer Zahlen und Grafiken lesen kann, versteht den Alltag besser und trifft klügere Entscheidungen. Entdecken Sie, wie Ihr Kind Daten ganz nebenbei kennenlernt – und so eine Superkraft für Schule, Alltag und Hobbys gewinnt.

Was Daten verstehen ausmacht

Daten verstehen heisst: Informationen sammeln, sortieren und herausfinden, was sie bedeuten. Dazu gehört:

  • Zahlen, Tabellen oder einfache Diagramme lesen
  • Muster entdecken: Was wiederholt sich? Was verändert sich?
  • Fragen stellen: Was bedeutet diese Zahl? Warum ist etwas mehr oder weniger geworden?
  • Kritisch hinschauen: Woher kommen die Daten? Wer hat sie gesammelt? Und kann man der Quelle vertrauen?
  • Ergebnisse sichtbar machen – zum Beispiel mit einer Strichliste, einer Zeichnung oder einem Balkendiagramm

Nützlich für uns alle

Sportliche Fortschritte messen

Ob Körbe im Basketball oder die Anzahl Liegestütze: Wer Ergebnisse notiert und vergleicht, sieht Fortschritte und kann gezielter trainieren.

Lieblingsrezepte anpassen

Ein Rezept ist für 4 Personen gedacht, am Wochenende kommen aber 7 Gäste. Ihr Kind kann mitrechnen, wie viel von jeder Zutat gebraucht wird – und merkt dabei, wie hilfreich Mathematik im Alltag ist.

Lernen besser überblicken

Wer Noten oder Ergebnisse notiert, sieht, was schon gut klappt und wo noch Übung nötig ist.

Taschengeld besser einteilen

Wie lange reicht das Taschengeld, wenn jeden Mittwoch ein Glacé gekauft wird? Ihr Kind kann nachrechnen, eine einfache Tabelle machen und besser planen.

Wer Daten versteht, behält in einer Welt voller Informationen leichter den Überblick.

Superkraft für die Jobs von morgen

Reicht mein Sackgeld für das neue Spiel? Wie lange dauert der Schulweg wirklich? Welche Mannschaft steht in der Tabelle vorne? Wer Daten versteht, kann Zahlen besser einordnen und klügere Entscheidungen treffen.

In Videos, Werbung, Apps, Games und auf Social Media tauchen ständig Zahlen und Behauptungen auf. Wer Daten lesen kann, lernt zu fragen: Stimmt das wirklich? Woher kommen diese Zahlen? So kann Ihr Kind Informationen besser einschätzen und lässt sich weniger schnell täuschen.

Ob Sportprofi, Pilot*in, Game-Entwickler*in, Tierärzt*in oder YouTuber*in: In vielen Berufen, die Kinder spannend finden, helfen Daten beim Entscheiden. Sportler*innen vergleichen Leistungen, Pilot*innen prüfen Wetter und Flugroute, Game-Studios testen Spielideen und Tierärzt*innen beobachten Werte und Entwicklungen. Wer Daten versteht, kann Zusammenhänge schneller erkennen und bessere Entscheidungen treffen.

Wer zum Beispiel beobachtet, wie lange geduscht wird, wann das Licht unnötig brennt oder wie viel Wasser beim Zähneputzen läuft, kann bewusster mit Energie und Wasser umgehen. Das spart Geld und schont die Umwelt.

So unterstützen Sie Ihr Kind

Alltag als Lernlabor

Nehmen Sie alltägliche Zahlen mit Ihrem Kind unter die Lupe. War das Wetter wirklich so, wie es die App angekündigt hat? Kam das Postauto oder der Zug pünktlich? Reicht die Zeit bis zum Training oder zur Musikstunde? Vergleichen Sie mit Ihrem Kind den Zuckergehalt verschiedener Frühstücksflocken, Joghurts oder Getränke. Oder zählen Sie gemeinsam: Wie viele Gummibärchen, Trauben oder Nüdeli sind in 100 Gramm?

Zahlen sichtbar machen

Lassen Sie Ihr Kind Zahlen sichtbar machen: zum Beispiel die eigene Körpergrösse über die Jahre, gelesene Bücher oder Hörminuten pro Woche, Tore im Fussballtraining oder die Zeit auf dem Schulweg. Das können Sie als Balken oder Liniendiagramm darstellen. Mit LEGO-Bausteinen lässt sich sogar ein Diagramm zum Anfassen bauen.

Kritisches Denken fördern

Zahlen wirken oft eindeutig – aber sie erzählen nicht immer die ganze Geschichte. Schärfen Sie den Blick Ihres Kindes für Ungereimtheiten: zum Beispiel ein Getränk mit „weniger Zucker“, das trotzdem sehr süss ist. Oder ein Video, das angeblich „alle schauen“. Aber wer ist eigentlich mit „allen“ gemeint? Auch Angaben in Games, Apps oder Werbung kann man gemeinsam hinterfragen. Im Ideenpool zu dieser Superkraft finden Sie viele weitere Fragen für die Detektivarbeit zuhause.

Ein Beitrag von:

Philipp Bosch, Data Scientist und Data Literacy Experte beim Statistischen Amt des Kanton Zürich

Das Statistische Amt ist das kantonale Kompetenzzentrum für die öffentliche Statistik. Als Teil des Team Data kümmert sich Philipp Bosch um den Aufbau von Datenkompetenzen innerhalb der kantonalen Verwaltung. Mehr zu den Angeboten und Tätigkeiten des Statistischen Amts & finden sich hier und hier.

#Daten verstehen

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Fragen und Antworten

Wie beschreibt man Daten, wenn Kinder danach fragen? Eine einfache Erklärung für Kinder lautet: Daten sind Informationen, die man sammelt, aufschreibt oder speichert. Das können Zahlen, Wörter, Bilder, Töne oder Beobachtungen sein. Mit Daten kann man Dinge vergleichen, besser verstehen oder etwas herausfinden.

Beispiele aus dem Kinderalltag gibt es viele: das Geburtsdatum, die Lieblingsfarbe oder Einträge im Freundschaftsbuch. Auch eine Strichliste bei einer Abstimmung, das Sammeln von Wetterdaten oder das Zählen von Autos, Velos, Stickern oder Fussbällen gehören dazu. Wer Spielsachen sortiert, sammelt ebenfalls Daten – zum Beispiel nach Farbe, Grösse oder Art. Und wer seine Körpergrösse regelmässig einträgt, hält persönliche Daten fest.

Welche Beispiele gibt es für Informationen und Daten?

  • Zahlen: zum Beispiel das Alter, die Punktzahl in einem Spiel oder die Anzahl Tore
  • Wörter: zum Beispiel ein Name oder ein Lieblingsessen
  • Bilder: zum Beispiel ein Foto, ein Symbol oder ein Emoji
  • Töne: zum Beispiel eine Sprachaufnahme oder ein Lieblingslied
  • Messwerte: zum Beispiel die Körpergrösse, die Temperatur oder die Zeit für den Schulweg
  • Beobachtungen: zum Beispiel Tiere beobachten, Autos zählen oder notieren, wann der Bus kommt

Wie analysiert man Daten? Wie findet man heraus, was sie bedeuten? Daten zu interpretieren heisst: sie anschauen, vergleichen und herausfinden, was sie bedeuten. So kann Ihr Kind Schritt für Schritt vorgehen:

  1. Daten sammeln, z.B. eine Umfrage in der Klasse
  2. Die Daten in einer Tabelle, Strichliste oder einfachen Übersicht festhalten
  3. Die Ergebnisse ordnen, zum Beispiel nach Gruppen oder Häufigkeit
  4. Ein Balkendiagramm, Kreisdiagramm oder Bildkarten nutzen, damit man auf einen Blick erkennt, was auffällt
  5. Fragen stellen: Was ist häufigf? Was ist selten? Gibt es etwas Überraschendes?
  6. Eine einfache Schlussfolgerung ziehen, zum Beispiel: „In unserer Klasse mögen mehr Kinder Schokolade als Gummibärchen.“

Datenverständnis bedeutet, dass ein Kind Daten nicht nur sammelt, sondern auch beschreiben, vergleichen und einfache Fragen dazu beantworten kann. Es erkennt Unterschiede, liest einfache Tabellen oder Diagramme und zieht erste Schlüsse daraus.

Datenverständnis zeigt sich auch darin, dass ein Kind kritisch nachfragt: Woher kommen diese Informationen? Wer hat sie gesammelt? Sind sie vollständig? Und kann man der Quelle vertrauen? So lernt es, Zahlen und Aussagen nicht einfach zu übernehmen, sondern genauer hinzuschauen.

Im Alltag zeigt sich das zum Beispiel, wenn ein Kind eine Umfrage zur Lieblingsfarbe macht, die Zeit für die Hausaufgaben misst oder über mehrere Tage das Wetter notiert. Es kann beobachten, was auffällt, Dinge vergleichen und sich fragen, warum an einem Tag etwas anders ist als am anderen.

Weitere Beispiele für Datenverständnis sind: Autos auf einer Strasse zählen, um den Verkehr einzuschätzen, Würfelergebnisse bei Brettspielen vergleichen oder beobachten, wann der Bus pünktlich kommt und wann nicht. Dabei kann man gemeinsam überlegen: Reichen unsere Beobachtungen schon aus? Haben wir oft genug gezählt? Gibt es eine verlässliche Quelle, mit der wir unsere Beobachtung vergleichen können – zum Beispiel einen Fahrplan, eine Wetter-App oder eine offizielle Statistik?

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