Ein Kind hebt ein anderes mit Räuberleiter, um Süssigkeiten auf dem Küchenschrank zu erreichen.
Bild von Adobe Stock

Kreatives Problemlösen

Kinder werden nicht als Problemlöser*innen geboren – sie lernen durch Üben, Fehler und vor allem durch Neugierde. Spielen, Beobachten, Ausprobieren, Scheitern und wieder probieren- am besten, wir fangen gleich an!

Was kreatives Problemlösen ausmacht

Kreatives Problemlösen ist die Fähigkeit, eine Herausforderung zu erkennen, von verschiedenen Seiten zu betrachten und einen Weg zu wählen, um sie zu überwinden. Dazu gehört:

  • Offen zu denken und Ideen zu entwickeln.
  • Kritisches Denken anzuwenden, um verschiedene Perspektiven einzunehmen.
  • Pröbeln und genau hinschauen, um einem Problem auf den Grund zu kommen.
  • Über den Tellerrand schauen und sich auf neue Wege zu begeben.
  • Lösungen zu finden, die zielführend sind.
  • Durch Ausprobieren und Scheitern zu lernen und Hindernisse als Chancen zu sehen.
  • An sich zu glauben.

Nützlich für uns alle

Sachen reparieren

Statt z.B. ein Spielzeug oder ein Gerät wegzuwerfen, überlegt das Kind, wie es repariert werden könnte – vielleicht mit Klebeband, Klebstoff oder neuen Bauteilen.

Konflikte lösen

Zwei Geschwister streiten um ein Spielzeug, entwickeln aber gemeinsam eine Regel, um abwechselnd zu spielen.

Konstruieren können

Manche praktischen Dinge muss man nicht im Laden kaufen, sondern kann sie selbst bauen, z.B. aus Verpackungen oder mit Holz und Draht.

Dinge umfunktionieren

Statt Alltagsgegenstände immer nur für ihre vorgesehene Aufgabe zu verwenden, überlegt das Kind, was man alles z.B. mit einem Stück Schnur oder einer WC-Papierrolle tun kann.

Das kreative Lösen von Problemen ist wichtig für gute Chancen in einer Welt, die sich schnell verändert.

Superkraft für die Jobs von morgen

Viele Berufe von morgen existieren heute noch nicht. Kreatives Denken hilft, sich auf Neues einzustellen. Wer schwierige Herausforderungen mit Offenheit und Neugier angeht, kann auch in neuen Situationen schnell Lösungen finden – unabhängig von Job oder Branche. Kreatives Problemlösen bedeutet, Bekanntes zu hinterfragen, neue Ideen zu entwickeln und mit Unsicherheiten positiv umzugehen. 

So wird aus Unsicherheit ein Abenteuer.

Kinder wachsen in einer Welt voller Herausforderungen auf – vom Schulalltag, über neue Technologien bis hin zum Klimawandel. Wer früh lernt, kreativ zu denken, kann neue, ungewöhnliche Lösungen entwickeln und aktiv zur Gestaltung unserer Zukunft beitragen.

Kreative Problemlöser*innen arbeiten nicht allein: Sie können andere mit ihren Ideen begeistern, kommunizieren und entwickeln Lösungen im Team. So entstehen aus Zusammenarbeit starke Ideen und Lösungen, die für alle gut sind.

Flexibles Denken macht anpassungsfähig – egal ob im Beruf oder im Alltag. Kinder, die kreativ Probleme lösen können, bleiben offen für Neues, reagieren ruhiger auf Veränderungen oder Misserfolge und erleben Lernen als Bereicherung für das ganze Leben.

So unterstützen Sie Ihr Kind

Früh Interesse wecken

Stellen Sie Ihrem Kind Fragen, die zum Nachdenken anregen und nicht nur eine richtige Anwort haben. Lösen Sie mit ihm gemeinsam kleine Alltagsprobleme, machen Sie einfache Experimente zu Hause, besuchen Sie Technikmuseen oder Spielnachmittage in Ihrem Familienzentrum.

Kreativität zählt mehr als Perfektion

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass man kein Genie sein muss, um Probleme zu lösen oder Neues zu lernen. Mit Neugier, Geduld und Übung kann jedes Kind Schritt für Schritt dazulernen.

Freiraum geben

Ermutigen Sie Ihr Kind, Neues auszuprobieren, auch wenn mal etwas schiefgeht. Fehler gehören dazu und schaffen oft Platz für die besten Ideen. 

Ein Beitrag von:

Prof. Dr. Wiltrud Weidinger, Pädagogische Hochschule Zürich

Wiltrud Weidinger ist Professorin für Erziehungswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Zürich und beschäftigt sich mit Fragen von Entwicklung, Lernen und Life- und Future Skills von Kindern im Primarschulalter. Sie arbeitet in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. Mehr über die Pädagogische Hochschule Zürich

#Kreatives Problemlösen

Für Sie ausgewählt fürs Superkraft-Training

Fragen und Antworten

Kreativität und Fantasie bei Kindern sollte man fördern. Kinder lernen so, flexibel zu denken, Lösungen zu finden und neue Wege auszuprobieren. Wichtig dafür sind zum Beispiel das freie Spiel, musizieren, Sachen reparieren oder werken, gemeinsam Geschichten erfinden, mit verschiedensten Materialien basteln und experimentieren oder sich einfach auch mal ohne Spielzeug zu beschäftigen. Und gewöhnen Sie sich an, offene Fragen zu stellen, statt fertige Lösungen vorzugeben.

Begabung heisst: Ein Kind kann etwas von Natur aus besonders gut – zum Beispiel schnell rechnen, Töne erkennen oder Muster sehen. Kreativität heisst: Neues denken, ungewöhnliche Ideen finden und Dinge anders lösen. Begabung und Kreativität haben einiges gemeinsam, sind aber nicht dasselbe. Begabung kann Kreativität zwar begünstigen, aber man kann Kinder auch schrittweise zu kreativem Denken ermutigen, indem man sie zu eigenen Lösungen herausfordert. Treffen Begabung und Kreativität zusammen, nutzt ein Kind seine Stärken, entwickelt frische Ideen und löst Probleme erfinderisch.

Es gibt zahlreiche Wege, wie man mit Kindern kreativ sein kann:

  • Gestalten, malen, Collagen, Fingerfarben
  • Basteln, werken, schneiden, hämmern, nähen
  • Sachen reparieren oder umfunktionieren
  • Gedankenexperimente machen: Was kann man alles mit einer Büroklammer machen?
  • Tüfteln, Erfinden, kleine Experimente
  • Ausflüge planen, Wege überlegen

Wichtig ist, dass Kinder ihre Ideen einbringen und umsetzen können. So kommen Kreativität und Spass von selbst.

Newsletter

  • Immer neue sinnvolle Spielideen und Ausflüge
  • 6x pro Jahr
  • Gratis
  • Jederzeit kündbar
Datenschutz